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Wirtschaftsexperte Klaus Zimmermann fordert wegen Krise Mehrwertsteuer-Erhöhung auf 25 Prozent

Wirtschaftsexperte fordert wegen Krise Mehrwertsteuer-Erhöhung auf 25 Prozent

Steuer-Schock: Dieser Mann will uns schröpfen

München - Ob Klaus Zimmermann stolz die Faust ballte, als ihm seine Idee kam? Man weiß es nicht.

Klaus Zimmermann

© dpa

DIW-Präsident Klaus Zimmermann

Wer Klaus Zimmermann überhaupt ist? Der Mann mit dem Bart oben im Bild – und er ist Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Er behauptet, die Lösung für die Staatsverschuldung zu haben. „Ich plädiere dafür, die Mehrwertsteuer ab 2011 um bis zu sechs Prozentpunkte auf 25 Prozent anzuheben“, erklärte der Wirtschafts-Professor am Donnerstag. Eins hob er damit sofort an: Die Wut vieler Politiker, Sozialexperten und natürlich vieler Bürger. „Der will uns schröpfen!“

Mit Steuererhöhungen raus aus der Krise: Von 19 auf satte 25 Prozent Mehrwertsteuer – Zimmermann hat sich bei seinem Plan einiges überlegt. Sogar den Angst-Faktor hat er in seine Strategie eingebaut: „Wenn man diese Erhöhung jetzt schon ankündigt, ziehen die Bürger viele Käufe vor, was in der Krise den Konsum angekurbelt“, analysiert der 57-Jährige. Heißt in anderen Worten: Die Bürger sollen jetzt nochmal verzweifelt die Kaufhäuser stürmen – um wenigstens etwas zu sparen. Zimmermanns nächster Schritt: „Im Gegenzug könnten die Lohnnebenkosten weiter gesenkt werden. Das hilft der Wirtschaft und allen Arbeitnehmern.“ Und außerdem, fügte der Experte auch noch an, sei der 25er-Steuersatz in Skandinavien bereits lange üblich.

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Schon wieder eine Steuererhöhung? Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer ist von so viel Ideenreichtum wenig begeistert: „Jeder, der jetzt eine Diskussion über Mehrwertsteuererhöhungen vom Zaun bricht, führt Gespensterdiskussionen, die nur der Verunsicherung der Bevölkerung dienen“, schimpfte die Ministerin gegenüber der tz. „Mehrwertsteuererhöhungen sind im Übrigen unsozial, denn sie treffen überproportional Bezieher von geringen Einkommen, Familien und Rentner.“

Und auch Bayerns VdK-Chefin Ulrike Mascher kann bei Zimmermanns Vorpreschen nur den Kopf schütteln: „Wir lehnen dies entschieden ab! Diese Erhöhung würde die unteren Einkommensschichten noch mehr belasten. Vor allem kinderreiche Familien und Rentner.“ Nur zum Vergleich: Im Schnitt müssen Rentner im Freistaat mit 900 bis 1000 Euro monatlich auskommen. Wer könne sich da leisten, bei fast allem noch mehr zu bezahlen. Mascher: „Ein Beispiel: Schon die Preiserhöhung bei Medikamenten von 16 auf 19 Prozent Mehrwertsteuer war besonders für viele Ärmere kaum tragbar. Jetzt nochmal zu erhöhen – das wäre schlichtweg unzumutbar.“

So sieht es auch Sozialexperte Claus Fussek: „Irre, jetzt wieder Geld von den Schwächeren einzuholen. Hier redet sich ein Wirtschaftsprofessor leicht, der in einer hohen Einkommensklasse spielt. Das ist arm!“

Armin Geier

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Neuer Preisschock bei 25 Prozent Mehrwertsteuer

25 Prozent Mehrwertsteuer! Das wäre ein Schock für alle Bürger. Dinge wie Medikamente wären plötzlich teurer.

Die tz zeigt ihnen Preisbeispiele: Ein neuer Golf VI 2.0 TDI kostet derzeit 18.600 Euro. Bei 6 Prozent mehr sind es 18.832,50 Euro. Ein Philipps LCD Fernseher zum Preis von 426,90 Euro würde 432,29 Euro kosten. Mit dem ICE von München nach Hamburg: Derzeit kostet das 127 Euro. Bei 25 Prozent Mehrwertsteuer wären’s 128,59 Euro. Aspirin Plus C kosten 13,95 Euro im Handel. Vielleicht bald 14,12 Euro?

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