Die Villa der Katzenquälerin: Professoren-Witwe sperrt Kater in den Keller

Die Villa der Katzenquälerin

015.09.09|Bayern|27 Kommentare
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Würzburg - Frau L., eine reiche Professoren-Witwe, sperrte den Nachbarkater Findus 25 Tage lang in den Keller und sagt: „Dass er stirbt, wär mir nur recht gewesen.“

Hier wurde Findus 25 Tage lang in den Keller gesperrt.

Die Frau wohnt in einem edlen Anwesen im Würzburger Nobel-Stadtteil Steinbachtal. Von Efeu umrankt ist die Villa geschützt vor fremden Blicken. „Vorsicht, Legbüchsen, Schlageisen! Kein Eingang“ warnt ein Schild jeden Eindringling. Leider schlich sich Nachbarkater Findus dennoch neugierig in den Garten. Und musste das furchtbar büßen! „Mit Absicht“ habe seine Nachbarin Findus, den Kater seiner Tochter, in ihren Keller gesperrt, sagt Kurt W. 25 Tage lang – ohne Wasser und Futter! Das Tier wurde in letzter Minute gerettet. „Es ist ein Wunder, dass er überlebt hat“, sagt der Pensionär.

Armer Kater Findus! Dieses Bild zeigt ihn vor der Gefangenschaft. Zum Glück war er wohlgenährt, so überlebte er im Katzen-Kerker der Nobel-VillaKurt W. war verzweifelt. Kaum war seine Tochter Anfang August mit den Enkelsöhnen in den Urlaub aufgebrochen, verschwand Kater Findus, den der 87-Jährige in seiner Obhut hatte. „Ich habe ihn überall gesucht. Ich habe auch Zettel mit seiner Beschreibung ausgehängt.“ Aber Findus, der ein Halsband mit Namen und Telefonnummer seiner Besitzer trägt, tauchte nicht mehr auf. Bis zum 28. August. Da sprach der Gärtner einer Nachbarin Kurt W. an. „Er erzählte mir, dass Findus im Keller von Frau L. ist.“ Sofort machte sich der 87-Jährige auf den Weg, sprach die Witwe an. „Frau L. sagte mir, dass der Kater zwar da gewesen, jetzt allerdings wieder weg sei.“ W. rief: „Findus! Findus!“ Da hörte er aus dem Keller ein mattes Miauen. „Aber gefunden habe ich Findus nicht.“ Die Sorge um das Katerle ließ dem Pensionär keine Ruhe. „Mittags bin ich noch mal zu Frau L. gegangen, aber sie schickte mich weg.“ Auch bei einem weiteren Besuch am Abend habe die 86-Jährige ihn nicht in ihr Anwesen gelassen. Wenig später schickt die Witwe eine Bekannte zu ihm, erzählt Kurt W. „Sie hat mir gesagt, ich könne den toten Kater jetzt holen.“ Wieder ging der alte Herr zur Villa – und fand Findus. „In der hintersten Ecke des Kellers lag er.“ Ganz „schwach und abgemagert“ sei das einst wohlgenährte Tier gewesen. Aber es lebt.Zwei Tage lang musste Findus in einer Tierklinik bleiben. „Er war völlig ausgetrocknet, seine Leber und seine Nieren haben Schäden davongetragen. Schließlich war er 25 Tage ohne Wasser und Futter.“ Der Pensionär ist überzeugt, dass die Nachbarin den Kater „mit Absicht“ eingesperrt hat, weil sie ihn nicht mochte. „Dabei ist er ein so liebes Tier“, sagt Kurt W. „Es war grausam, ihn so leiden zu lassen.“

Gisela Schmidt

„Dass er stirbt, wär mir nur recht gewesen“

Villen-Besitzerin Frau L. antwortet ausweichend auf die Frage, ob sie den Kater im Keller eingeschlossen habe. „Ich wollte nicht, dass der hier rumläuft“, erklärt die wohlhabende Professoren-Witwe und ehemalige Augenärztin der Mainpost. „Dieses Mistvieh legt sich im Garten in meine Blumen und knickt sie ab.“ Auf jeden Fall wusste die 86-jährige Dame, dass eine Katze in ihrem Keller ist. „Der hat dort sein Geschäft gemacht und ich habe es weggeräumt“. Auf die Frage, ob sie denn nicht damit gerechnet habe, dass das Tier verdurstet und verhungert, antwortet Frau L.: „Das wäre mir nur recht gewesen.“ Nach eigenen Worten will die 86-Jährige erreichen, dass Kater Findus nicht mehr in ihren Garten kommt. „Herr W. ist selbst schuld, dass das passiert ist. Wenn er die Katze weiter frei laufen lässt, kann es auch wieder passieren.“ Die Tierarztrechnung über rund 280 Euro will die wohlhabende alte Dame nicht übernehmen. „Wenn Herr W. mich verklagt, dann verklage ich ihn, weil sein Kater meine Blumen kaputt macht.“

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