Anzeige aus dem hohen Norden

Bei Party geraucht: Mann aus Rheinland-Pfalz zeigt Wirt an

120.08.10|Bayern|177 Kommentare
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Wolfratshausen - Böse Überraschung bei der Jubiläumsfeier: Ein militanter Rauchgegner aus Rheinland-Pfalz hat die Wirte des Abendblatts im 500 Kilometer entfernten Wolfratshausen angezeigt. 

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© Sabine Hermsdorf

„Ich bin total baff, dass uns einer aus mehr als 500 Kilometern Entfernung anzeigt“: Sebastian Blatt mit der Einladung zu der geschlossenen Gesellschaft am heutigen Samstagabend.

Sie wollten das achtjährige Bestehen des Bistros am Samstag in einer geschlossenen Gesellschaft feiern - Rauchen inklusive. Und das sorgte für Ärger.

„Ich hab’ in der Gastronomie ja schon viel erlebt, aber das war eine neue Erfahrung für mich“, sagt Sebastian Blatt. Er ist die rechte Hand von Chef Michael Feldmaier und hat sich um die Vorbereitung der Festivität gekümmert. „Ich bin total baff, dass uns einer aus mehr als 500 Kilometern Entfernung anzeigt. Der führt sich wie ein Sheriff auf und will uns überwachen.“

Eigentlich dachte Blatt, rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Im Internet hatte er ein Portal eingerichtet, zu dem nur die engsten Freunde - 58 an der Zahl - mittels Code Zutritt haben. Dort erfahren sie auch, was am heutigen Samstag geplant ist. Erst öffentlich Live-Musik im Biergarten, dann, ab 22 Uhr, geschlossene Gesellschaft im kleinen Kreis. Feiern, trinken und ja, auch Rauchen.

Da hatte er aber nicht mit dem Eifer des Rauchgegners aus dem hohen Norden gerechnet. „Der stöbert sich durchs Internet, ist dann auf uns gestoßen.“ Der Verdacht des Mannes: Da versucht jemand in Bayern, das Rauchverbot zu umgehen. Seine Konsequenz: Der Mitarbeiter der Organisation Pro-Rauchfreizeigte Blatt beim Tölzer Landratsamt an.

Das Landratsamt hat reagiert und vom Abendblatt bis zum gestrigen Freitag eine Liste mit den Namen der 58 Gäste angefordert. Übrigens: Eine alphabetische Gästeliste ist beim Landratsamt um 10 Uhr morgens fristgerecht eingegangen, das Fest kann steigen. Sollte sich aber herausstellen, dass die geschlossene Gesellschaft doch nicht ganz so geschlossen war, droht ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro. (vu)

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