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Streit um Flughafenausbau in Oberpfaffenhofen

Das sagen die Befürworter, das die Gegner

Streit um Flughafenausbau in Oberpfaffenhofen

Oberpfaffenhofen - Die Erwartungen wurden schon in den ersten neun Monaten übertroffen: 275 000 Passagiere sind seit August vom Allgäu-Airport Memmingerberg aus abgeflogen oder dort gelandet.

Um den Ausbau des Geländes in Oberpfaffenhofen gibt es einen Riesenstreit .

© Landesamt für Vermessung u. Geoinformation

Um den Ausbau des Geländes in Oberpfaffenhofen gibt es einen Riesenstreit .

So viele werden es am Sonderflughafen Oberpfaffenhofen (Landkreis Starnberg) nie sein. Trotzdem gibt es einen Riesenstreit um den Ausbau des Geländes.

Die Anwohner haben Angst vor dem Lärm und fürchten den Wertverlust ihrer Häuser. Der Betreiber des Flughafens, die Edmo-Flugbetrieb GmbH, will dagegen den Flugplatz für Geschäftsflieger und Taxihubschrauber öffnen. Das würde bedeuten: mehr Flüge, längere Betriebszeiten, neue Rollbahnen und Stellplätze.

Die Regierung von Oberbayern prüft zur Zeit die mehr als 3000 Einwendungen gegen den Edmo-Antrag auf Änderung der Betriebsgenehmigung. Die Entscheidung soll bis Herbst fallen.

Der Ärger um den Airport – er eint eine ganze Region. Die Menschen im Westen von München und in den Nachbarlandkreisen sagen zwar „Ja“ zum Flughafen, aber „Nein“ zum Ausbau. Viele der rund 150 000 Bewohner in Germering, Gilching, Weßling, Seefeld, Herrsching, Wörthsee, Söcking, Starnberg, Gauting und Aubing wehren sich. Sie haben Bürgerinitiativen und Vereine gegründet, Unterschriften gesammelt, Demos organisiert. „Das Engagement weitet sich immer mehr aus“, sagt Rudolf Ulrich von Fluglärm e.V. Gilching. „Die Unsicherheit ist groß.“

Auch Rasso Rebay von Ehrenwiesen beäugt die Pläne um den Flughafenausbau skeptisch. Der Architekt wohnt mit seiner Frau und drei Kindern nur wenige hundert Meter von der Start- und Landebahn entfernt. „Wir dürfen mittags und abends keinen Rasen mähen“, schimpft er. „Aber den Fluglärm sollen wir aushalten!“ Bis zu 30 000 Maschinen im Jahr könnten künftig in Oberpfaffenhofen starten oder landen – dreimal so viele wie heute. „Früher hat man in der Umgebung keine Häuser bekommen“, sagt Architekt Rebay. „Heute kriegt man sie nicht mehr los, weil der Flugplatz die Menschen abschreckt.“

Viele Anwohner befürchten außerdem, dass Frachtflüge vom überlasteten Münchner Flughafen hierher verlegt werden – immerhin ist Oberpfaffenhofen als einziger Airport in Südbayern technisch wie ein Verkehrsflughafen ausgerüstet! Dem widerspricht die Edmo vehement. Sprecher Thomas Warg: „In Oberpfaffenhofen wird es keinen Frachtverkehr geben.“

Die Menschen in der Region bleiben skeptisch. „Früher hieß es: Was für ein schönes Flugzeug“, sagt Rasso Rebay von Ehrenwiesen. „Heute stöhnt man: Schon wieder ein Flieger.“

Frederik Lang

Quelle: tz

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