521.06.08|Bayern
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Berechtesgaden - Seit Menschengedenken ist der Untersberg im Berchtesgadener Land umschwebt von Mythen. So soll im Berg Kaiser Barbarossa auf seine Auferstehung warten – während sein roter Bart immer weiter wuchert.

© dpa
Rettungskräfte versorgen die gerettete US-
Oder es verschwindet schon mal ein Brautpaar und taucht 100 Jahre später wieder auf. Seit Donnerstagabend gibt es etwas Neues, Unbegreifliches vom Berg im bayerisch-
Am Montagabend war Jessica zu Besuch bei den Wirtsleuten im Stöhrhaus (in 1894 Metern Höhe). Mit Wirtin Robin Sommerauer ist sie befreundet, gemeinsam sportelten die beiden auf dem Hochplateau. Um 18.30 Uhr trennten sie sich nur wenige Minuten von der Hütte entfernt. Robin Sommerauer: „Wir hatten ein paar Skiabfahrten gemacht, Jessica wollte noch spazieren gehen. Ich bin zur Hütte.“ In der Dämmerung verlor Jessica aus noch unerfindlichen Gründen die Orientierung. Sie irrte umher – ohne zusätzliche Kleidung, ohne Rucksack, Wasser und Verpflegung. Später verletzte sie sich schwer bei einem Sturz an den Beinen und der Schulter.Bergretter aus Berchtesgaden und Salzburg brachen am Dienstag auf, unterstützt von bis zu fünf Hubschraubern. Doch trotz des Aufwands fand sich keine Spur. Jessicas Mutter kam schließlich am Donnerstag aus den USA angereist. Sie wollte da sein, falls ihre Tochter gefunden wird. Mit ihr bangte das ganze Berchtesgadener und Salzburger Land.
Ein ebenso ungewöhnlicher wie grandioser Einfall dürfte Jessica, die in ihrer Freizeit Triathlon betreibt, schließlich das Leben gerettet haben: Sie hängte ihren Sport-
Die Besatzung eines Polizeihubschraubers entdeckte sie schließlich in der Gurrwand. Jessica hatte 70 Stunden ohne Wasser und Nahrung und trotz großer Schmerzen erstaunlich gut überstanden. Alpinpolizist Oliver Anzböck: „Die Suche war extrem schwierig – überall Dolinen. Wir mussten sehr aufpassen, um nicht selbst zu verunglücken.“ Dass Jessica lebend gefunden wurde, wertete er „als ein Wunder. Wir hatten mit einer Toten gerechnet.“
Momentan wird die Verletzte auf der Intensivstation des Klinikums Traunstein behandelt. Dr. Bernhard Müller, der Arzt, der Jesssica behandelt, sprach gegenüber den Salzburger Nachrichten ebenfalls zunächst von einem Wunder. „Tatsache ist aber auch, dass die Patientin körperlich sehr fit ist. Eine gute Sportlerin, die wohl auch Alpinerfahrung hat. Langsam wird ihr bewusst, dass sie eine zweite Geburt zu feiern hat.“
Jessica war während ihres Martyriums wohl die meiste Zeit auf dem Bauch gelegen. Mit ihren Verletzungen konnte sie sich laut Müller nur unter extremer Anstrengung robbend fortbewegen. „Da ist sie wohl zu einem Gebirgsbach gekommen und hat dort getrunken. Sonst hat sich die junge Frau in einer Felsspalte oder kleinen Höhle oder so versteckt.“ Seiner Meinung nach hat sich die Studentin in ihrer Lage absolut richtig verhalten. „Weil sie am Leben bleiben wollte, hat sie zuerst für Flüssigkeit und Schutz gesorgt.“
Neben den Sturz-
Quelle: tz