Ohlstadt - Armin Krattenmacher ist großer Pumuckl-Fan. Er richtete für den Kobold in Ohlstadt ein Museum ein. Nun zog die Zeichnerin juristisch gegen Krattenmacher zu Felde.

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Pumuckl-Fan Armin Krattenmacher darf den Kobold nicht mehr zeigen, sonst wird es für ihn teuer
Wie einst bei Meister Eder hätte sich der Pumuckl in Meister Krattenmachers Schreinerwerkstatt sicher wohl gefühlt. Das wäre ein schöner Platz für Streiche gewesen, die alte Bartlmämühle in Ohlstadt. Aber ausklabautert is! Der rothaarige Kobold darf sich dort nicht mehr blicken lassen, sonst kriegt der Krattenmacher Armin Ärger mit der Justiz.
Der Reihe nach: 2005 kam Schreinermeister Krattenmacher eine Idee. „Der Pumuckl war bei mia scho imma allgegenwärtig. Da is mir klar g’worden, i mach a Museum.“
Pumuckl-Erfinderin Ellis Kaut sei erfreut gwesen. „Ellis is a herzensguater Mensch“, sagt Krattenmacher. Auch Zeichnerin Barbara von Johnson habe nichts dagegen gehabt. Das änderte sich, als der 47-Jährige auch einen Pumuckl-Verein gründete und das Museum im Internet präsentierte. Nun zog die Zeichnerin, die schon gegen Ellis Kaut und den Bayerischen Rundfunk Prozesse führte (siehe unten), juristisch gegen Krattenmacher zu Felde. Ziel: Er darf den Pumuckl nicht mehr zeigen!
Juristisch gesehen ist das Recht auf ihrer Seite, stellte Richterin Monika Rhein am Mittwoch klar: „Der Verein ist nicht berechtigt, eine Abbildung des Pumuckls zu zeigen.“ Es könne nicht angehen, dass der Klabauter „zum Allgemeingut“ wird.
Er habe ständig einen Pumuckl auf dem Beifahrersitz, so Krattenmacher. „Derf i den jetzt ah nimmer herzeig’n?“ Johnson-Anwalt Nikolaus Rebber spöttisch: „Wenn Sie einen Pumuckl kaufen, können Sie ihn auch mit ins Bett nehmen.“ Wegen drohender hoher Gerichtskosten gab Krattenmacher nach: Er muss dem Anwalt noch 1194 Euro zahlen!
Krattenmacher: „I versteh die Welt nimmer.“
Eberhard Unfried
Der Pumuckl hat gewissermaßen zwei Mütter: Die Kinderbuch-Autorin Ellis Kaut (90) hat den Kobold erfunden, zunächst als Hörspiel-Figur. Die Zeichnerin Barbara von Johnson (68) gab der Märchenfigur ein Gesicht, nachdem sie bei einem Wettbewerb von Ellis Kaut ausgewählt wurde. So wurde der Pumuckl zum Liebling der Kinder. Die beiden Frauen sind sich inzwischen spinnefeind, haben in 20 Jahren unzählige Male gegeneinander prozessiert. Meistens ging es ums Geld. Skurril war der Prozess um die Frage: Darf der Pumuckl eine Freundin haben? Ellis Kaut wollte der Zeichnerin die Verfremdung ihrer Figur untersagen lassen, scheiterte jedoch damit. Vor Gericht erfolgreich war meistens Barbara von Johnson, die unter anderem gegen den Bayerischen Rundfunk siegte. So durfte der Sender zeitweilig Meister Eder und sein Pumuckl nicht mehr ausstrahlen und musste Honorar nachzahlen.
Ebu.
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