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Polizei zertrampelte Spuren am Tatort

Die Ermittlungsarbeit war anfangs auch von großen Pannen geprägt

Polizei zertrampelte Spuren am Tatort

Eching - Die Ermittlungen der Kripo liefen am Anfang nicht immer professionell: So wurden Spuren am Tatort von den Erstzugriffsbeamten der örtlichen Polizei zertrampelt.

LKA-Ermittler Josef Geißdörfer: Die Akten hinter ihm sind alle zum Fall Ursula Herrmann.

© Bodmer

LKA-Ermittler Josef Geißdörfer: Die Akten hinter ihm sind alle zum Fall Ursula Herrmann.

Bei der Fürstenfeldbrucker Polizei wurde eine 40-köpfige Sonderkommission gebildet, die darunter litt, dass das Prinzip „Masse statt Klasse“ galt. So mussten alle Kripo-Dienststellen Ermittler abstellen: Meist waren es die Leute, die am ehesten entbehrlich waren – nicht immer die Besten.

Der Fall Ursula Herrmann in Bildern

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  • kappeln In Kappeln wurde Werner M. geschnappt. Kaum ein Ort in Deutschland ist mit über 920 Kilometern von München weiter entfernt als das 10.000-Seelen-Städtchen
  • Niro Werner heißt der Laden von Werner M. in Kappeln: Vorne ist das Geschäft für Yacht- und Bootszubehör, hinten hat er gewohnt
  • Der hintere Teil von Werner M.s Haus: In der kleinen Hütte hat der 58-Jährige bayerische Schmankerl verkauft
  • Abendliche Hafen-Romantik in Kappeln: Der Ort ist die Kulisse für die ZDF-Serie "Der Landarzt"
  • Die Hartnäckigkeit und akribische Kleinarbeit haben sich gelohnt: Nach fast 27 Jahren hat das Team um Josef Geißdörfer (LKA) den Fall Ursula Herrmann gelöst. Alle Akten im Hintergrund drehen sich um diesen Fall
  • Ein Fotograf filmt bei der Pressekonferenz die Kiste, in der das Mädchen qualvoll ersticken musste, und das Fahrrad, mit dem Ursula Herrmann vom Turnunterricht heimradelte
  • Das Grab von Ursula Herrmann in Eching
  • Ein Herz aus Blumen auf dem Grab von Ursula Herrmann in Eching
  • Mit diesem Fahrrad war das Mädchen im Waldstück zwischen Schondorf und Eching unterwegs
  • Peter Burghardt, Sprecher des LKA, zeigt die Kiste, in der Ursula Herrmann so qualvoll im Wald erstickte
  • Peter Burghardt, Sprecher des LKA, mit dem Fahrrad des Mädchens und der Kiste, in der sie gefangen gehalten worden ist
  • Josef Geißdörfer vom LKA mit dem Fahrrad von Ursula Herrmann, dahinter ein Nachbau der Kiste, in der sie vergraben war
  • Die Kiste war auch in der Polizeiausstellung "Die vergessenen Fälle" im Jahr 1999 im Münchner Stadtmuseum zu sehen
  • In dieser Position wurde Ursula Herrmann in der Kiste gefunden
  • Polizisten haben 19 Tage lang nach dem Mädchen gesucht
  • Jede Menge Schokolade und Kekse hat der Entführer Ursula Herrmann mit in die Kiste gelegt
  • Der Entführer hatte Ursula Herrmann Groschenhefte mit in die Kiste gelegt
  • Erst 19 Tage nach der Entführung wurde die Leiche des Mädchens bei einer Suchaktion gefunden
  • Die Leiche der Schülerin Ursula Herrmann wird in einem Zinksarg wegtransportiert (Archivfoto vom 04.10.1981)
  • Einer der insgesamt drei Erpresserbriefe im Fall Ursula Herrmann, die mit aus Zeitungen geschnittenen Wörtern zusammengesetzt waren (Archivfoto vom 5.10.1981)
  • Ein Passbild der Zehnjährigen
  • Der Eingang des unterirdischen Verlieses in einem Waldstück bei Schondorf, das mit frisch gepflanzten Bäumen getarnt war
  • Ursula Herrmann aus Eching wurde am 4. Oktober 1981 tot in einer Kiste im Wald gefunden
  • Im Alter von zehn Jahren ist Ursula Herrmann aus Eching entführt worden und qualvoll in einer Kiste erstickt
  • Das Archivbild vom 5. Oktober 1981 zeigt die in einem Waldstück bei Eching am Ammersee (Landkreis Landsberg am Lech) vergrabene Holzkiste, in der die zehnjährige Ursula Herrmann am 4. Oktober 1981 tot aufgefunden wurde

vor

Damals wurden Tausende Bewohner per Fragebogen befragt. Echte Informationen kamen dabei, so engagierte Ermittler damals, nicht heraus. Dabei war die Soko überzeugt: Mindestens einer der Täter musste aus Eching oder Schondorf stammen – wegen der Ortskenntnis. Zum einen mussten die Täter die Kiste im Wald verbuddeln – dazu benötigten sie ein Auto, und eines mit fremder Nummer wäre aufgefallen. Außerdem hatten die Entführer die Stelle für das Kidnapping geschickt gewählt: An jener Stelle hatten sie einerseits den Überblick, um ungestört agieren zu können, andererseits kam am Standort der Kiste kaum jemand vorbei.

Die Ermittler fanden schnell einen Beleg für ihre Theorie: In der Kiste, in der das Opfer erstickte, hatte der Täter diverse Hefte, ein Radio, eine Lampe mit Batterie und Weiteres platziert. Alle Gegenstände wurden in einem Umkreis von 50 Kilometern rund um Eching gekauft: Ein klares Indiz für einen Täter aus der Region. Nur eines passte nicht dazu: Ein Erpresserbrief wurde in Landshut aufgegeben. Rasch fand die Kripo auch heraus, dass sich die Täter einen ähnlichen Fall aus den 60er-Jahren in den USA zum Vorbild genommen hatten, der zuvor in einem „Readers Digest“-Heft veröffentlicht worden war.

Ursula Herrmann: Verdächtiger in U-Haft

27 Jahre nach dem Mord an Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee, hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. merkurtz.tv war für Sie vor Ort und hat die neuesten Informationen.

Der Täter war überdies gärtnerisch geschickt: Die in der Erde vergrabene Kiste mit dem Entführungsopfer wurde wieder begrünt und bepflanzt, einen Beobachtungsstandort tarnte der Täter mit einer abgesägten Fichte. Behindert wurden die Ermittlungen durch das mangelnde Engagement einzelner Beamter: So fanden Ermittlungen auch im Biergarten des Klosters Andechs statt. Und an einem Tag, so ein Ex-Fahnder, stand ein wütender Ehemann aus Landsberg in der Kripo-Dienststelle, der seine Frau mit einem Soko-Fahnder ertappt hatte. Da wurde klar, warum der Beamte sich um Ermittlungen in der Großen Kreisstadt gerissen hatte.

Quelle: tz

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