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Kempten Parcous-Kletterer von Polizei gejagt

Polizei jagt Kletter-Kids

Kempten - Ein Schatten auf dem Balkon, schon ist er wieder verschwunden: Monatelang jagte die Polizei in Kempten die dunklen Gestalten, die nachts im Schutz der Dunkelheit Balkone, Wände und sogar Kirchendächer bestiegen.

Wer waren bloß die geheimnisvollen Kletterer? Manch ein Bürger vermutete sogar böse Einbrecher und sorgte sich um seine Sicherheit.

Doch jetzt kam raus: Eine Bande junger Kletterer ist für den Spuk in Kempten verantwortlich. 15 junge Männer im Alter von 15 bis 20 Jahren sind begeisterte Sportler – und seit einem halben Jahr Anhänger der Trendsportart Parkour (siehe Stichwort). Hierbei überspringen die Kids auf schnellstem Wege Hindernisse und überqueren dabei auch Balkone und Dächer.

Monatelang sorgten die jungen Sportler für Unbehagen in Kempten – und verschonten dabei nicht einmal die Pfarrei St. Franziskus. Auch hier kletterten die Kids rauf und runter. Nach Internetrecherchen und Zeugenaufrufen schnappte die Polizei nun die „Täter“. Alle 15 Parkour-Fans gestanden ihre Taten – und entschuldigten sich bei den Betroffenen. Böses hätten sie nicht im Schilde geführt, sondern nur ihren besonderen Sport ausüben wollen. Die Grundstückseigentümer vorher gefragt hatten die Kletter-Kids jedoch nicht.

Und wie geht’s jetzt weiter? Müssen die Jugendlichen ihren Sport aufgeben? Zumindest stehen Anzeigen wegen Hausfriedensbruch im Raum – wenngleich unklar ist, ob es überhaupt zum Strafantrag kommt.

Zudem will eines der Opfer, Pfarrer Rupert Ebbers, laut Allgäuer Zeitung den Kletter-Kids helfen. Schließlich seien die Jungs einsichtig, höflich und hätten sich entschuldigt. Nun will er gemeinsam mit ihnen Plätze finden, an denen sie ihren Sport ausüben können, ohne andere Mitbürger zu belästigen. Quasi ein Happy End für die Trendsportler dank Ebbers: „Wenn ich etwas für die Jugend tun kann, bin ich einfach dabei.“

Antonia Wille

Trendsport Parkour

Parkour ist eine Sportart, bei der der Teilnehmer – der Traceur – unter Überwindung sämtlicher Hindernisse den kürzesten oder effizientesten Weg von A zum Ziel B nimmt. Parkour kann prinzipiell überall praktiziert werden. Der Traceur überwindet dabei alles, was ihm an Hindernissen in den Weg kommt. Es werden Papierkörbe, Bänke und Blumenbeete ebenso wie Bauzäune, Mauern, Garagen und Hochhäuser übersprungen und überklettert. Die Hindernisse selbst dürfen jedoch nicht verändert werden, da die Sportler mit dem gegebenem Umfeld auskommen wollen.

Rubriklistenbild: © dpa

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