509.06.08|Bayern|9 Kommentare
|
|Schrift
a /
A||
Oberpfaffenhofen - "VOR-Drehfunkfeuer“, „Circling Approach“ – das Kauderwelsch aus der Fliegerfachsprache kommt Hans-Werner Ruch mittlerweile flott über die Lippen. Der frühere BMW-Manager aus Seefeld (Kreis Starnberg) reist mit Vorträgen durch die Region.
Am Mittwoch, 11. Juni, ist es wieder soweit: Fluglärm, Gesundheitsbeeinträchtigung und Wertverlust bei Immobilien – regelrechte Bedrohungsszenarien werden ab 19.30 Uhr im Gautinger Bürgerzentrum diskutiert. Gleich neun Bürgerinitiativen laden dazu ein. Das Fünf-Seen-Land rüstet sich zum Kampf gegen die Flughafenerweiterung. Vorläufiger Höhepunkt: eine Menschenkette um den Weßlinger See am 20. Juli. Ruch und seine Mitstreiter erwarten einige tausend Teilnehmer.
Bislang führt der Sonderflughafen Oberpfaffenhofen ein eher beschauliches Dasein. Gut 10 000 Starts und Landungen sind ein Pappenstiel im Vergleich etwa zum Münchner Flughafen mit seinen zuletzt 432 000 Flügen im Jahr. Doch den Gegnern des Ausbaus schwant Übles. „Das wird ein Flugplatz vergleichbar mit dem früheren München-Riem.“ Die Zahl der Start und Landungen könne sich binnen kurzem verdreifachen, ohne Limit nach oben.
Der Ausbau hat seine Vorgeschichte. Am 6. Juli 2006 beschloss die CSU-Staatsregierung das neue Landesentwicklungsprogramm. Für Oberpfaffenhofen entscheidend: Punkt B V 1.6.5 (Z), in dem von einem „bedarfsgerechten Ausbau“ des Flugplatzes und einer „Nutzung durch den Geschäftsreiseflugverkehr“ die Rede ist. Nur wenig später reichte der Geschäftsführer der Edmo Flugbetrieb GmbH, Edwin Grabherr, beim Luftamt den Antrag ein, den Flugbetrieb auch am Wochenende und an Feiertagen bis 21 Uhr, bei Verspätungen bis 22 Uhr auszuweiten. Vor allem aber soll der Geschäftsreiseverkehr stark ansteigen. In der Verkehrsprognose der Betreibergesellschaft Edmo werden für 2016 über 10 000 Starts und Landungen genannt (jetzt sind es 1000). Edmo-Sprecher Thomas Wark gibt unumwunden zu, dass es ihm um die „Erschließung neuer Geschäftsfelder“ gehe. Oberpfaffenhofen eigne sich ideal für Geschäftsreisende, die in München oder Augsburg Termine wahrnehmen müssten. Bernd Gans aus Vaterstetten, Chef der Geschäftsflieger-Interessenorganisation GBAA, sagt, es gehe darum, „wo immer man kann, Entlastungsflughäfen zu haben“, Entlastung für den Münchner Flughafen.
Das fürchtet Ruch. Er hat die Flughöhen berechnet, in der die Flieger Orte überfliegen würden – Hochstadt 136 Meter, Herrsching am Ammersee 670 Meter. „Erzählen Sie mal den Münchnern, dass über ihrer Ausflugsgegend bald dauernd die Flieger brummen“, schimpft er.
Das Luftamt Südbayern wird wohl im Herbst entscheiden. Und wenn es ein Ja gibt zur Erweiterung? Ruch warnt: „Die Musterkläger stehen schon in den Startlöchern.“
Quelle: tz

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.