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Missbrauchs-Opfer sollte mundtot gemacht werden

„Focus“: Ex-Schüler mit Verschwiegenheitserklärung konfrontiert

Missbrauchs-Opfer sollte mundtot gemacht werden

Bamberg - Der unter Missbrauchsverdacht stehende Domkapitular des Erzbistums Bamberg, Otto M., hat laut Focus versucht, von einem mutmaßlichen Opfer eine Verschwiegenheitserklärung einzufordern.

Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, traf sich der 63-jährige Priester im Herbst 2007 im Beisein eines Mitarbeiters, eines Juristen und eines Psychologen mit einem heute 40 Jahre alten Mann. Der 40-Jährige gehöre zu den mutmaßlichen Missbrauchsopfern, an denen sich der Priester in den Jahren 1976 bis 1991 im katholischen Bamberger Internat Ottonianum vergangen haben soll (tz berichtete). Dort war er zunächst als Präfekt und später als Direktor tätig.

Im bistumseigenen Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg sollte der 40-Jährige dem Bericht zufolge eine Erklärung unterschreiben, nach der er sich verpflichtete, nie wieder Missbrauchsvorwürfe gegen den inzwischen beurlaubten Domkapitular zu erheben. Der 40-Jährige lehnte dies ab, obwohl die Teilnehmer der Runde ihm mit einer Verleumdungsklage gedroht haben sollen. Der damals anwesende Psychologe habe nach diesem Vorfall schließlich den Erzbischof gedrängt, die Vorfälle öffentlich zu machen und die Staatsanwaltschaft einzuschalten.

Der 63-jährige Priester hält sich derzeit in einer Klosterabtei auf. An die ihm zur Last gelegten Vorfälle kann er sich nach eigenem Bekunden nicht erinnern. Dies sei aus ärztlicher Sicht auf die Stresssituation zurückzuführen, sagte eine Bistumssprecherin. Seitdem der Geistliche am 18. Juli mit den Vorwürfen konfrontiert und danach sofort beurlaubt wurde, gab er noch keine eindeutige Stellungnahme abgegeben.

Nach Angaben des Bistums haben sich mittlerweile vier Menschen gemeldet, die unter anderem auch von sexuellen Übergriffen berichteten.

Quelle: tz

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