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Milliardärin will Geld vom Staat

Bürgschaft soll Schaeffler-Gruppe retten

Milliardärin will Geld vom Staat

Herzogenaurach - Bis zu 6,5 Milliarden schwer soll das Vermögen von Maria-Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn Georg sein.

Maria-Elisabeth Schaeffler

© dpa

Maria-Elisabeth Schaeffler

Die beiden stehen als Alleingesellschafter der Schaeffler-Gruppe aus dem fränkischen Herzogenaurach natürlich auf der Einladungsliste bei zahllosen Promi-Auftrieben; zuletzt ließen es sich die Schaefflers beim legendären Streif-Abfahrtsrennen in Kitzbühel am vergangenen Wochenende gut gehen. Champagner und Trüffeln – nur immer her damit, was kostet die Welt?

Eine Milliarde - wieviel ist das?

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Dabei ist die demonstrativ zur Schau gestellte gute Laune und Sorglosigkeit nur Fassade. Hinter den Kulissen brodelt es gewaltig, es geht um Unsummen von Geld. Im Klartext: Der Auto-Zulieferer Schaeffler steht mit elf Milliarden Euro in der Kreide. Und weil Schaeffler vergangenes Jahr unbedingt und ausgerechnet den verschuldeten Reifen-Bäcker Continental aus Hannover schlucken musste, sind es jetzt die Kleinigkeit von 22 Milliarden Euro, die als Miese in den Büchern stehen. Die Lage ist dramatisch, es grassiert die Angst, dass die Firmen pleite gehen und damit 218 000 Menschen auf der Straße stehen.

Um diese Katastrophe abzuwenden, ruft Schaeffler jetzt nach dem Staat. Der, konkret der Bund sowie die Länder Bayern und Niedersachsen, soll das Firmen-Imperium mit Bürgschaften retten. Steuermilliarden für die Milliardäre; Champagner und Trüffeln und gleichzeitig Knete vom Staat, geht das zusammen?

Ob und wie das zusammengeht, wollen Bund und Länder am Donnerstag in Berlin abklären. Der Ausgang ist derzeit offen. Die potenziellen Geldgeber Bayern und Niedersachsen halten sich ebenso bedeckt wie die Unternehmen. In den Firmenzentralen heißt es unisono: „Kein Kommentar.“

Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Gruppe selbst bei einer Einigung der Politiker nicht einfach mit einer Finanzspritze aus dem Steuersäckel gerettet werden kann. Bei direkten Geldhilfen dürfte die Europäische Kommission mit Sicherheit ein Veto einlegen, selbst die Genehmigung von Bürgschaften wäre wegen der Wettbewerbsverzerrung fraglich. Ganz davon abgesehen, dass viele Politiker keinen Präzedenzfall schaffen möchten, bei dem das unternehmerische Risiko vom Staat aufgefangen wird. Warum, so heißt es in Politkreisen, sollen die Bürger mit ihren Steuern größenwahnsinnige Manager retten?

Gleichwohl ist die Lage bei Schaeffler verzweifelt. Wenn die Eigenkapitalquote im Laufe dieses Jahres nicht wieder steige und das Schuldenproblem im Griff sei, sehe es düster aus. Insider sagen: „Schaeffler hat sich mit der Conti-Übernahme total verhoben.“

Trotzdem werden die Schaefflers auf den Einladungslisten für Promi-Auftriebe stehen bleiben. Bis auf Weiteres zumindest?

mdu

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Quelle: tz

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