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Mehr als 2000 Menschen protestieren friedlich gegen die NPD

Mehr als 2000 Menschen protestieren friedlich gegen die NPD

Bamberg - Mehr als 2000 Menschen haben am Samstag in Bamberg friedlich gegen den zeitgleichen Bundesparteitag der rechtsextremen NPD protestiert.

Mit einem Großaufgebot schirmte die Polizei Demonstranten vom Veranstaltungsort des Bundesparteitags der NPD in Bamberg ab.

© dpa

Mit einem Großaufgebot schirmte die Polizei Demonstranten vom Veranstaltungsort des Bundesparteitags der NPD in Bamberg ab.

Bei dem umstrittenen Kongress wurde der NPD- Vorsitzende Udo Voigt am Abend mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Er warf Bund und Ländern vor, seine Partei nach dem gescheiterten Verbotsverfahren im Jahr 2003 nun “finanziell austrocknen“ zu wollen.

Auf dem größten Platz Bambergs versammelten sich nach Angaben der Polizei mehr als 1200 Menschen zu einem bunten “Fest der Demokratie“. Weitere Demonstranten kamen in der Nähe der Kultur- und Kongresshalle zusammen, in der am Mittag das zweitägige NPD-Treffen begann. Zuvor waren 450 Anhänger der autonomen Szene durch die Stadt gezogen. Größere Zwischenfälle gab es nach Angaben der Polizei bis zum Abend nicht. Insgesamt 20 Menschen wurden wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht vorläufig festgenommen.

NPD-Chef Voigt erhielt bei der Wahl 199 von 221 gültigen Stimmen. 9 Delegierte stimmten gegen ihn, 13 enthielten sich. Voigt hatte bei der Wahl keinen Gegenkandidaten.

Die bayerische Sozial-Staatssekretärin Melanie Huml sagte in Vertretung von Ministerpräsident Günther Beckstein (beide CSU) auf dem “Fest der Demokratie“: “Wir werden nie dulden und nie untätig zusehen, dass unsere Stadt von Extremisten jeglicher Art in die Knie gezwungen wird.“ Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) erinnerte an das Prinzip der Gewaltfreiheit, das der Dalai Lama am Wochenende zuvor in der fränkischen Stadt Bamberg vertreten hatte. Innen-Staatssekretär Jürgen Heike (CSU) betonte, Bayern werde alle rechtsstaatlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um gegen rechtsextremistische Umtriebe einzuschreiten. Die Stadt hatte vergeblich alle Rechtsmittel ausgeschöpft, um den NPD-Parteitag zu verhindern.

Voigt räumte ein, das Ausbleiben von Zahlungen des Bundestags in Höhe von 870 000 Euro wegen unwahrer Angaben in NPD- Rechenschaftsberichten habe die Partei “schwer getroffen“. Er sprach von “Angriffen von staatlicher Seite (...) mit verschiedenen Notstandsmaßnahmen“ in den vergangenen Jahren.

Der Parteichef kündigte “Nachverhandlungen“ mit der - ebenfalls rechtsextremen - DVU darüber an, ob die NPD entgegen den Absprachen bei der Thüringer Landtagswahl 2009 antritt. Der Parteitag sprach sich zudem mit großer Mehrheit dafür aus, “in Abstimmung mit dem Parteivorstand der DVU“ einen eigenen “geeigneten“ Kandidaten ins Rennen um das Bundespräsidenten-Amt im Mai 2009 zu schicken.

Auch in Kiel protestierten am Samstag rund 1500 Menschen gegen Rechts. Die Aktion richtete sich gegen einen möglichen Einzug der NPD in das Kieler Rathaus nach der Kommunalwahl an diesem Sonntag.

Quelle: DPA

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