009.02.10|Bayern|1 Kommentar
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Wildsteig - Wie eine menschliche Fackel hat ein 59-

Es ist ein kalter Wintermorgen. Wie immer wärmt sich der Rentner an einem mit Gas betriebenen Heizstrahler in dem unbeheizten Gebäude, als das Unfassbare passiert. „Ihm ist an den Ärmeln das Gas in in die Kleidung geströmt“, weiß Wildsteigs Bürgermeister Josef Taffertshofer über die Schreckenssekunden am vergangenen Sonntag um 8 Uhr morgens. „Die ganze Kleidung war voll Gas.“ Der Mann entzündet sich „Er hat gebrannt von den Schuhen bis zum Kopf – quasi von innen raus“, beschreibt Taffertshofer das Schreckens-
Es muss ein Bild des Grauens gewesen sein, das sich einem Nachbarn bot, der helfen wollte: Der Morgenbacher, der gegenüber des Feuerwehrhauses wohnt, eilte zu dem brennenden Mann. Das Schicksal abwenden konnte der Nachbar nicht mehr. Der Rentner war so schwer verbrannt, dass jede Hilfe zu spät kam. Zwar wurde er mit dem Rettungshubschrauber ins Unfallklinikum Murnau geflogen. Dort erlag er jedoch bereits einen Tag später seinen schwersten Verletzungen.
Die Kripo Weilheim hat die Ermittlungen aufgenommen. „Nach den bisherigen Feststellungen gibt es keine Hinweise auf ein Fremdverschulden oder Manipulation am Heizgerät“, so ein Sprecher der Polizei. Der Wildsteiger Feuerwehrkommandant, Nobert Greinwald, möchte sich zu dem schrecklichen Unfall wegen der laufenden Ermittlungen nicht äußern.
„Das erschüttert die Gemeinde zutiefst“, erklärt stattdessen Gemeindechef Taffertshofer gegenüber den Schongauer Nachrichten. Das Opfer, früher selbst aktiver Feuerwehrmann, war eine Art „Hausl“ im Morgenbacher Feuerwehrhaus. Dort verbrachte er jede freie Minute. „Er hat sich ohne Auftrag, auf eigene Regie und eigene Kosten um das Feuerwehrhaus gekümmert“, weiß Josef Taffertshofer.
Das Feuerwehrhaus im Ortsteil Morgenbach, das eigentlich nicht mehr genutzt wird: Es war nicht nur eine Aufgabe für den alleinstehenden Rentner, sondern auch ein Zufluchtsort. Jetzt sollte der Zufluchtsort zur letzten Station werden. Dem Mann, der selbst helfen wollte, konnte nicht mehr geholfen werden.
Barbara Schlotterer-