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Hopfen-Skandal: Jetzt wird's bitter

Hopfen-Skandal: Jetzt wird's bitter

Wolnzach - Da hat die Chemie nicht gestimmt – und zwar überhaupt nicht… Dutzende Höfe in der Hallertau haben im Jahr 2010 ihren Hopfen mit unzulässigen Mitteln gespritzt.

© dpa

Die Hallertau, das Hopfenland. Rund 1200 Betriebe bauen die sensible Pflanze an

Dabei ist ein Millionenschaden entstanden, für einige Bauern geht’s jetzt um die Existenz. Sie hatten die Präparate „Infinito“ und „Profiler“ verwendet, die – anders als im Wein- und Gemüsebau – für den Hopfen keine Zulassung haben. Händler hatten die Mittel bei Qualitätskontrollen im Hopfen entdeckt. Allerdings erst, als die ersten Lieferungen schon auf dem Weg zu Brauereien in der ganzen Welt waren. Der belastete Hopfen musste vernichtet werden. Betroffen sind 30 bis 40 Bauern. Sie hatten ihren Hopfen vor dem falschen Mehltau schützen wollen. Die Pflanzen waren wegen schwerer Hagelschauer geschwächt. Ob die Pflanzer vorsätzlich handelten oder ob sie falsch beraten wurden, ist schwer nachzuvollziehen – auch für Otmar Weingarten, Geschäftsführer des Hopfenpflanzerverbands. Er sagt: „Die Betriebe haben mittlerweile Anwälte eingeschaltet, es laufen Zivilprozesse. Da ist es für uns ganz schwierig, an Informationen zu kommen.“

Der wirtschaftliche Schaden ist immens. Weingarten: „Unsere Schätzungen liegen bei vier bis sechs Millionen Euro.“ Mindestens ein Landwirt musste schon seine ganz eigene Konsequenz ziehen: Der Hof gibt den kompletten Hopfenbetrieb auf.

Für die Biertrinker gibt’s derweil Entwarnung: Der falsch gespritzte Hopfen ist bei keiner Brauerei verwendet worden – er wurde ja rechtzeitig entdeckt.

A. Forster

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