Kappeln - Am anderen Ende der Republik versuchte Werner M. (58), ein unauffälliges Leben zu führen. „Er unterhielt sich schon mit den Einwohnern, drängte sich aber auch nicht auf“, erzählt ein Fischsemmel-Verkäufer am Hafen.

© Schneeweiß
„Niro Werner“ – das Schild steht über dem Haus von Werner M. in Kappeln: Vorne ist der Laden für Yacht- und Bootszubehör, hinten hat er gewohnt.
Doch jetzt sind die Einwohner des 10 000-Seelen-Städtchens verstört. Dass so jemand bei ihnen jahrelang lebte, können sie nicht fassen. „Aber erst mal abwarten, ob er’s wirklich war“, sagen sie.
Bei den Nachbarn ist der Bewohner des langen Backsteinhauses ebenfalls unbeliebt: „M. hat nie gegrüßt“, schüttelt Bürokauffrau Maria Traulsen den Kopf. „Er ist einfach durch und durch ein Egoist,“ sagt eine weitere Nachbarin. Aber ein Verbrecher als Nachbar? Da spricht eine Frau für den ganzen Ort: „Da denkt man nie im Leben dran! Ich kann das nicht glauben.“
Quelle: tz
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