523.02.09|Bayern|59 Kommentare
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Wassertrüdingen/Ansbach - In Bad Reichenhall war der Riesen-Christus nicht willkommen – jetzt soll der 55 Meter hohe Jesus-Koloss im 350 Kilometer entfernten Wassertrüdingen (Kreis Ansbach) eine Heimat bekommen.

© dpa
Die Fotomontage zeigt die Landschaft bei Wassertrüdingen wie sie mit der Statue aussehen würde.
Künstler Ludwig Valentin Angerer (70) will seine Statue nun in Sichtweite des Hesselbergs verwirklichen – der Gemeinderat hat schon grünes Licht gegeben, die Finanzierung ist nach Angaben von Investor Harry Vossberg auch gesichert!
Im vergangen Sommer war das „achte Weltwunder“, wie es Vossberg nannte, in Reichenhall vor allem am Widerstand der Kirchen gescheitert. Sie fanden die Statue mit Kirche im Inneren, mit Glaskuppeln und Spiegelflächen zu überdimensioniert, den Standort am Predigtstuhl nicht optimal. Diesmal suchten Vossberg und Angerer von vornherein den Konsens mit den Geistlichen vor Ort. „Wir akzeptieren die Entscheidung der Gemeinde“, sagt der evangelische Dekan Wassertrüdingens Hermann Rummel nun. „Und die katholische Kirche hält sich raus“, ergänzt Angerer.
In Sichtweite der Statue mit integrierter Orgel soll ein Pilger-Hotel entstehen. Die nötigen 20 Millionen Euro will Vossberg bereits zusammen haben. Die Statue soll über eine Stiftung finanziert werden. Wassertrüdingens Bürgermeister Günther Babel (56, CSU) ist glücklich über seinen Schachzug: „Wir müssen dringend etwas gegen den Bevölkerungsschwund in unserer Region tun und die Jobs hier halten“, sagte er der tz. Gleichwohl will er Vossbergs Investoren genau prüfen: „Denn wir wollen auf jeden Fall verhindern, dass sich hier eine Sekte ansiedelt.“
Ganz und gar nicht begeistert ist Bezirksheimatpflegerin Andrea Kluxen von dem Projekt. Sie glaubte zunächst an einen Faschingsscherz. Sie findet, dass der Koloss nicht in die kleinteilige Landschaft im südlichen Mittelfranken passt. „Ich werde alle Mittel ausschöpfen, das Projekt zu verhindern!“
Quelle: tz

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