030.05.08|Bayern|1 Kommentar
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Eching - Dies ist ein spektakulärer Beweis, dass sich Hartnäckigkeit und akribische Kleinarbeit auch nach langer Zeit noch auszahlen können: Fast 27 Jahre nach der tödlichen Entführung von Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee steht dieses spektakuläre Verbrechen vor der Aufklärung.
Wie die Augsburger Allgemeine schreibt, verhaftete die Polizei einen Mann unter dringendem Tatverdacht. Der früher in einem Nachbarort der Familie lebende Mann wurde demnach am Mittwoch nahe der dänischen Grenze festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Seit gestern Abend sitzt er in Untersuchungshaft.
Nach tz-Informationen ist der Mordverdächtige 58 Jahre alt und verheiratet. Er lebte offenbar lange in dem Echinger Nachbarort, ehe er in ein kleines Dorf in Schleswig-Holstein umzog.
1981 wurde die damals zehnjährige Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee entführt und später tot in einer Holzkiste gefunden. Sie war qualvoll erstickt. Der Mordfall ist eines der spektakulärsten Verbrechen in der oberbayerischen Kriminalgeschichte. Einen Tag nach der Entführung forderten der oder die Kidnapper die Eltern des Opfers auf, zwei Millionen Mark Lösegeld zu zahlen.
Zu einer Übergabe des Geldes kam es aber nicht. Das Mädchen erstickte vielmehr in der vergrabenen Kiste, weil ein von den Tätern angebrachtes Lüftungsrohr nicht für eine ausreichende Sauerstoffzufuhr sorgte.
Die Polizei fand die Leiche des Mädchens erst am 4. Oktober 1981 Die Festnahme ist laut Augsburger Allgemeine offenbar den Fortschritten in der Kriminaltechnik zu verdanken. Details wollten die Augsburger Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt am heutigen Freitag bekanntgeben. So viel wurde aber bereits bekannt: Der Festgenommene hat bereits kurz nach der Tat wegen seiner hohen Schulden zum Kreis der Verdächtigen gehört.
Vor zweieinhalb Jahren war es den Fahndern dank modernster Labortechnik gelungen, eine erste DNASpur aus der Kiste Ursula Herrmanns zu sichern. Sie stammte von einem bislang nicht identifizierten Haar, das im September 1981 an der Kiste gesichert worden war. Die Daten wurden in den Zentralcomputer des Bundeskriminalamtes eingegeben und mit den Daten von 415 900 bundesweit gespeicherten Straftaten und 47 692 Tatort-Spuren verglichen. Es gab aber keinen Treffer.
Kurz danach war klar, warum: Die vermeintlich heiße Spur stammte von einem Kriminaltechniker, der die Kiste damals untersucht hatte.
Ein paar Monate später keimte aber wieder Hoffnung auf: Völlig überraschend meldete sich das Justizministerium von Taiwan und erklärte, dass ein dort wegen Drogenhandels zu lebenslanger Haft verurteilter Deutscher verdächtigt wird, Ursula Herrmann entführt zu haben. Doch auch diese Spur entpuppte sich nach einem DNA-Abgleich schnell als falsche Fährte.
2800 Spuren haben die Fahnder in all den Jahren verfolgt, führten über 20 000 Befragungen und Verhöre in ganz Europa durch, über 27 Meter Akten liegen inzwischen in den Regalen des LKA. Auch Eduard Zimmermann, Deutschland bekanntesten TV-Ermittler, ließ der Fall nie los. „Es ist meine größte Niederlage, dass es in 24 Jahren nicht gelungen ist, den Mord aufzuklären“, sagte er einmal.Der Fall belaste ihn sehr. Schließlich habe er doch versprochen, den Täter zu finden.
Quelle: tz

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