Augsburg - Der Prozess um die spektakuläre Entführung der kleinen Ursula Herrmann vor 28 Jahren beginnt am 19. Februar vor dem Landgericht Augsburg.

© Barz
Der mutmaßliche Ursula-Herrmann-Entführer Werner M.
Nach Angaben des Gerichts vom Montag sind mehr als 200 Zeugen geladen, bis zum Jahresende sind 53 Sitzungen angesetzt. Bei dem Verfahren wird es sich um den vermutlich bisher längsten Indizien-Prozess in Augsburg handeln. Nach der jetzigen Zeitplanung könnte ein Urteil kurz vor Weihnachten 2009 fallen. Diese Terminierung ist aber ungewiss, da die Verteidigung nach eigenen Angaben ihre rund 100 möglichen Zeugen für das Verfahren noch nicht benannt hat. Für beide Seiten ist der Ausgang des Verfahrens völlig offen.
Walter Rubach, der Verteidiger der Angeklagten, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa, noch nie habe es in einem Verfahren so wenig Handfestes gegen die Beschuldigten gegeben. “Es gibt nichts, nichts nichts; keine DNA-Spur, keine Fingerabdrücke, keine Blut- oder Haarspuren“, sagte Rubach. Stattdessen gebe es für die Verteidigung Alternativtäter. Der Vorsitzende Richter des Verfahrens, Wolfgang Rothermel sagte, die Besonderheit des Prozesses sei, dass die Tat 28 Jahre zurückliege und mehrere Zeugen bereits verstorben seien.
Quelle: DPA
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