Weyarn - Ein Erzieher aus Weyarn ist wegen sexuellem Missbrauch in 25 Fällen angeklagt. Zu einem Jungen stieg er im Latex-Anzug ins Bett. Andere wehrten sich und verprügelten den 57-Jährigen.

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Erzieher Klaus H. gesteht seine Schandtaten.
Sein polizeiliches Führungszeugnis hat Klaus H. bei seiner Einstellung als Erzieher im Johannesheim Holzolling in Weyarn (Kreis Miesbach) unterschlagen. Grund: Der 57-Jährige ist wegen der Verbreitung von Kinderpornografie vorbestraft. Er bekam den Job in der katholischen Einrichtung („Der Arbeit in unserem Hause liegen christliche Wertvorstellungen zugrunde“) auch ohne. „Ich wurde nicht danach gefragt“, sagte er am Dienstag vor dem Landgericht München II, wo er wegen sexuellem Missbrauch in 25 Fällen angeklagt ist.
Schon kurz nach seiner Einstellung im Januar 2009 machte sich der aus Potsdam stammende Umschüler an seine zwölf bis 17 Jahre alten Schützlinge heran. Da es zu seiner Aufgabe gehörte, die schwer erziehbaren Jugendlichen seiner Gruppe auch zu massieren, fiel es ihm nicht schwer, sich ihnen sexuell zu nähern.
Weniger Erfolg hatte der Sextäter bei einem anderen 13-Jährigen, zu dem er laut Anklage nachts mit einem Latex-Anzug ins Bett kroch. Der Bursche wehrte sich vehement und versuchte, den Täter mit seinem Handy zu fotografieren. Klaus H. riss ihm das Handy aus der Hand und zerstörte es.
Insgesamt hat er sechs Buben sexuell missbraucht oder es versucht. Einigen Kindern zeigte er auch Pornofilme. Besonders übel trieb es der Sozialpädagoge mit seinen Schützlingen während eines Campingurlaubs auf der kroatischen Insel Krk im August und September. An den Falschen geriet Klaus H. bei einem 14-Jährigen, nachdem er diesem in die Hose gelangt hatte. Der Bursche verpasste dem Täter eine schallende Ohrfeige und lief zu seinen Freunden. Diese waren wenig überrascht, hatte sich der Erzieher auch ihnen sexuell genähert. Die Jugendlichen fackelten nicht lange und verprügelten Klaus H., bis eine zufällig vorbeikommende Polizeistreife einschritt.
Bei der Vernehmung stellte sich schnell heraus, dass das vermeintliche Opfer in Wirklichkeit Täter war. Klaus H. wurde abgeschoben und sitzt seither in Stadelheim. „Ich bereue alles zutiefst“, sagte er gestern zerknirscht vor dem Landgericht. „Ich will mich psychologisch behandeln lassen, um nicht wieder straffällig zu werden.“
Vielleicht wird Klaus H., der von Rechtsanwalt Alexander Eckstein verteidigt wird, für immer weggesperrt. Ihm droht die Sicherungsverwahrung, kündigte Richterin Petra Beckers an.
Eberhard Unfried
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