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BR-Filmemacher Michael Kritmeir: Brief aus dem Horror-Knast

BR-Filmemacher: Brief aus dem Horror-Knast

Koslanda - Der bekannte BR-Filmemacher Michael Kreitmeir (53) durchlebt Todesangst in einem Horror-Knast auf Sri Lanka. In einem dramatischen Brief bittet er um Hilfe.

© Littlesmile

Die Kinder in Sri Lanka sind Michael Kreitmeirs große Lebensaufgabe. Seitdem der 53-Jährige im Gefängnis sitzt, droht sein ganzes Projekt zu scheitern.

Michael Kreitmeir hat vielen Menschen geholfen – jetzt bittet der BR-Filmemacher und Autor zum ersten Mal in seinem Leben selbst um Hilfe. Der 53-Jährige, der vor allem als Erfinder und Moderator der Kultsendung Kunst & Krempel bekannt geworden ist, fürchtet in Sri Lanka um sein Leben.

Ausgerechnet in Sri Lanka. Seit 1999 engagiert sich der Regisseur aus Eichstätt in dem Inselstaat. Mit seiner Hilfsorganisation Little Smile unterstützt er vor allem die Kinder. Bei Koslanda hat er ein ganzes Dorf für sie gebaut. Und jetzt dieser Albtraum: Am 17. August wird Kreitmeir auf einer Autofahrt von Elitesoldaten gestoppt. Der Wagen wird gefilzt. Kreitmeir hat keine Ahnung warum – bis die Soldaten fündig werden. Unter der Rückbank entdecken sie ein kleines Päckchen. „Drogen“, sagen die Männer. Und Kreitmeir beginnt zu ahnen, dass er in eine Falle getappt ist. Inzwischen ist er angeklagt: Er soll 1,8  Gramm Heroin transportiert haben. In Sri Lanka ein schweres Verbrechen. Ab zwei Gramm droht die Todesstrafe!

Kreitmeir ist geschockt, beteuert, dass er Heroin noch nie gesehen, geschweige denn besessen habe. Vergebens. Er kommt ins Monoragala-Gefängnis. „Ich wollte schreien, so laut ich nur kann und so lange, bis ich aus dem Albtraum aufwache“, schreibt er von dort aus der Zelle. Die Haftbedingungen sind die Hölle, obwohl Kreitmeir noch Glück hat. Der Gefängnisboss kennt seine Projekte, ganz in der Nähe des Knasts steht Kreitmeirs Ayurveda-Krankenhaus. Das bringt ihm eine Sonderbehandlung ein: Als Häftling Nr. 2106 wird in eine 10-qm-Zelle gesteckt – mit nur elf anderen Gefangenen. Familie und Freunde sind in großer Angst um ihn. Denn Kreitmeir ist schwer krank. Seit zehn Jahren leidet er an MS.

Wie kommt ein Mann, der immer nur für andere da war, der für sein soziales Engagement vom Bayerischen Rundfunk zum „Bayern des Jahres 2005“ ernannt wurde, in eine solche Situa­tion? Kreitmeir hat einen bösen Verdacht. Er habe vor sechs Monaten den Erpressungsversuch eines tamilischen Minister abgelehnt. Dabei sei es um 200 000 Euro gegangen. Als Kreitmeir ablehnte, habe der Minister gedroht: „Zuerst nehme ich Dir dein Land weg, dann lass ich deine Kinder vergewaltigen und dann bist du dran!“ Doch Kreitmeir ließ sich nicht einschüchtern. Statt zu zahlen, beschwerte er sich bei der Deutschen Botschaft.

Die setzt sich auch jetzt massiv für ihn ein. Mit Erfolg. Am Mittwochabend kam Kreitmeir wieder auf freien Fuß. Allerdings nur vorübergehend und gegen Kaution. Außerdem wurde sein Pass eingezogen, das Land darf er nicht verlassen. Und noch etwas trübt die erste Freude: Nur Stunden nach der Freilassung erhielten er und seine Mitarbeiter Morddrohungen.

Die Angst ist groß. Am Tag der Verhaftung war auch sein Kinderdorf von Soldaten gestürmt worden.

Kreitmeirs dramatischer Brief

Liebe Freunde und Wegbegleiter,

(...) Ich schreibe diese Zeilen aus dem Gefängnis von Monoragala, in dem ich seit sieben Tagen unter für Europäer nicht einmal vorstellbaren Bedingungen eingesperrt bin. Ich habe große Sorge, um das großartige Werk, dass ich mit Hilfe vieler hier in Sri Lanka geschaffen habe. (...) Am Dienstag, 17. August, brach ich früh am Morgen nach Kalmunai auf, (...) als unser Auto kurz vor Monoragala gestoppt wurde, und zwar von einem schwerbewaffneten (...) Sondereinsatzkommando mit 30 Mann. Nach mehr als 30-minütiger Untersuchung unseres Fahrzeugs wurde angeblich unter dem Schmutzfänger des hinteren Sitzes ein Päckchen gefunden, mit Drogen, so die sofortige Behauptung. Mir wurde schlagartig klar, dass all dies inszeniert worden war. (...) Am nächsten Tag wurden wir vor Gericht gestellt. (...) Bitte helfen Sie mit, (...) dass dieser Albtraum ein Ende hat. (...)

tz

 

Mehr Informationen:

www.littlesmile.de

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