Becksteins Bier-Rede und kein Ende

Becksteins Bier-Rede und kein Ende

017.09.08|BayernFacebook
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„…da bestellt er no a Mass und no a Mass und no oane.“ Bei diesem Zitat geht es natürlich um Alois Hingerl, den Münchner im Himmel, nicht um Günther Beckstein, den Ministerpräsident im Wahlkampf.

Zu tief in die Tasse geschaut?

© dpa

Zu tief in die Tasse geschaut?

Der wollte am Mittwoch, am Tag der Schlagzeilen zu seiner "Mit-2-Mass-Autofahren-Rede", auch keine Mass, als er in Nürnberg eine Messe eröffnete, sondern wirkte nach seinen unseligen Bier-Aussagen eher ernüchtert.

„Zwei Mass“ vertrage auch ein Wiesn-Besucher, der dann sein Auto heimsteuern wolle – damit hatte Beckstein im Erdinger Weißbräu-Zelt das Publikum überrascht. Tags drauf verschlimmbesserte er die umstrittene Äußerung mit dem Zusatz, die Massen auf dem Oktoberfest seien „in der Regel schlecht eingeschenkt“.

Der Verein gegen betrügerisches Einschenken reagierte sofort und trug dem Landesvater die Ehrenmitgliedschaft an. Mitglieder wie Edmund Stoiber, Franz Maget oder Christian Ude hätten sich nie so verdient gemacht um eine gut eingeschenkte Mass, lobte Präsident Jan-Ulrich Bittlinger.

Als Erst-Anzapfer lässt sich OB Ude ungern mangelhafte Schankmoral vorwerfen. „Ich habe Edmund Stoiber 15 Jahre lang sauber eing’schenkt“, sagt er. Der habe sich auch nie beklagt. Bei Beckstein werde er sich heuer allerdings bemühen, „für genügend Schaum zu sorgen, weil er ja nach zwei Mass noch fahrtüchtig sein will“. Ein bisschen Mitleid hat Ude mit Beckstein: „Mit welcher Verzweiflung er gegen sein früheres Image kämpft, ein Mann für Recht und Ordnung zu sein!“

Wiggerl Hagn, Wirt im Löwenbräuzelt, findet das gut: „Ich verstehe die Aussage des Ministerpräsidenten als Auftrag.“ Er bittet Beckstein nur darum, doch die Kontrolleure des Kreisverwaltungsreferats über die Knapp-Einschenk-Vorgabe der Regierung zu unterrichten. Auch Sepp Krätz vom Hippodrom interpretiert die Worte des Regierungschefs: „Wahrscheinlich wollte er sagen, dass viele ihre Krüge nicht ganz austrinken!?“ Wirte-Sprecher Toni Roiderer (Hackerzelt) glaubt jedenfalls: „Dass das nicht stimmen kann, spannt doch jeder. Wir werden ja kontrolliert.“

Roiderer sieht das Rauchverbot als Kern der verunglückten Beckstein-Äußerungen: „Die Leut’ sollten ihren Ärger darüber mit zwoa Mass nunterschwoam“, meint er. „Deswegen is’ ihm der Blödsinn rausg’rutscht.“ Und dafür, das glaubt auch Peter Schottenhamel, brauchte Beckstein dann eine Entschuldigung: „Weil er einen Fehler gemacht hat.“ Dass Beckstein deshalb so nebenbei die Wirte kritisiert, findet Schottenhamel nicht lustig: „Edmund Stoiber hätte so etwas nicht gesagt – der war ja auch oft genug auf der Wiesn!“

KVR-Referent Wilfried Blume-Beyerle war 2007 übrigens zufrieden mit der Schankmoral auf der Wiesn. Von 740 geprüften Krügen waren 668 im Toleranzbereich. Das bedeutet, dass maximal 0,1 Liter zu wenig im Krug waren.

Quelle: tz

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