Bayern: Im Freistaat liegen hunderte Tonnen Atommüll

Bayern strahlt!

008.09.10|Bayern|30 Kommentare
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München - Bayern ist bundesweit spitze. Was die Wirtschaftskraft angeht und bei der Bildung sowieso – aber leider auch beim Atommüll. In keinem anderen Bundesland fällt so viel radioaktiver Abfall an wie im Freistaat.

© dpa

Im Zwischenlager am Atomkraftwerk in Gundremmingen stehen derzeit 25 Castor-Behälter mit verbrauchten Brennstäben.

160 Tonnen jährlich. Daran wird sich nach der Laufzeitverlängerung für die Atomkraftwerke auch so schnell nichts ändern! Zumal es in Deutschland immer noch kein Endlager gibt. Drei radioaktiven Mülldeponien wurden daher an den bayerischen Kernkraftwerken errichtet. In Grafenrheinfeld (Unterfranken), Gundremmingen (Schwaben) und bei den Meilern Isar 1 und Isar 2 in der Nähe von Landshut (Niederbayern). Dort stehen derzeit nach Angaben des Bayerischen Umweltministerium 54 Castor-Behälter (Stand 31.12. 2009) – jeder enthält Tonnen strahlendes Material.

Damit sind die Zwischenlager noch lange nicht voll: In Grafenrheinfeld ist Platz für 88 Castoren (bisher 13) in Gundremmingen für 192 (25) und in Landshut für 152 (16). Genehmigt sind diese Zwischenlager (vorerst) für eine Betriebszeit von 40 Jahren. Doch was passiert dann? Fest steht: Der Müll strahlt lange. Wie lange, darüber streiten sich die Experten. Manche sprechen von 100 000 Jahren, andere nur von ein paar Tausend. Fakt ist aber, dass sich noch viele Generationen mit dem Problem herumschlagen müssen.

Atomgegner halten es deshalb für „unverantwortlich und ethisch nicht mehr vertretbar“, Atomkraftwerke noch länger laufen zu lassen. Ähnlich sehen dies inzwischen auch viele Mitglieder der Christsozialen Union. Der Landshuter CSU-Stadtrat Rudolf Schnur spricht vielen aus der Seele, wenn er sagt: „Es kann nicht sein, dass in unserem Land Geschäftemacherei oberste Priorität hat.“ Schnur spielt auf die Milliardengewinne der Energiekonzerne an. Eine Million Euro Gewinn pro Tag und Kraftwerk soll ihnen die Laufzeitverlängerung bringen. Umweltminister Markus Söder hat nach den kritischen Reaktionen reagiert. Er will die Laufzeitverlängerungen nur noch unter strengen Auflagen erlauben. Wie der Spiegel berichtet, sollen sich die Kraftwerksbetreiber an der Sanierung des Atommülllagers Asse (Niedersachsen) beteiligen Die Kosten dafür schätzt man auf fünf Milliarden Euro.

Außerdem will Söder, dass der Strompreis für alle Verbraucher „spürbar gesenkt wird“. Man darf gespannt sein, ob die Energiekonzerne reagieren. Die CSU ist übrigens nicht nur atomfreundlich. Als aus Tschechien 2009 Gerüchte durchsickerten, dass man an der Grenze zu Bayern ein Atomendlager plane, war de Aufschrei in der CSU groß.

WdP

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