Angeklagten als Arschloch tituliert

Angeklagten als Arschloch tituliert

209.09.08|Bayern|17 Kommentare
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift  a /  A||

Augsburg - Ein peinlicher Verbal-Ausrutscher eines Augsburger Staatsanwalts ist nun öffentlich geworden.

Reinhard Nemetz, Chef der Augsburger Staatsanwaltschaft, muss sich für einen peinlichen Ausrutscher eines ihm unterstellten Kollegen entschuldigen.

© dpa

Reinhard Nemetz, Chef der Augsburger Staatsanwaltschaft, muss sich für einen peinlichen Ausrutscher eines ihm unterstellten Kollegen entschuldigen.

Reinhard Nemetz, der Chef der Augsburger Staatsanwaltschaft, ist erkennbar betroffen. Weil einer seiner Staatsanwälte in der Ur-Version einer Anklageschrift formulierte, „dem angeschuldigten Arschloch ist ein Pflichtverteidiger zu bestellen“, muss er sich bei dem 44-jährigen Angeklagten entschuldigen, ebenso der betreffende Staatsanwalt.

Nemetz spricht von einem „inakzeptablen und bedauerlichen Fehlverhalten“ und er sagt, der betreffende Staatanwalt sei von dem Verfahren abgezogen worden. Er, Nemetz, habe die Aufgabe an den Abteilungsleiter und seinen Stellvertreter übertragen.

In der offiziellen Anklageschrift ist die peinliche Formulierung nicht zu lesen, wohl aber in einer Version, die dem 44-jährigen Angeklagten zugestellt wurde. Das kam so: Der Anklagevertreter hatte in einer ersten Version die Anklage mittels eines Spracherkennungsprogrammes diktiert. Als er merkte, dass seine unpassende Formulierung in Schriftform umgesetzt war, korrigierte er diese. Doch beim Versand ist die versehentlich gespeicherte „Ur-Version“ zugestellt worden.

Noch am Montagabend gegen 21 Uhr saß Nemetz am Schreibtisch und formulierte ein Entschuldigungsschreiben an den 44-jährigen Angeklagten. „So etwas darf nicht passieren“, erklärt der Behördenleiter, der gleichzeitig seine aus 45 Staatsanwälten bestehende Mannschaft gegen pauschale Angriffe in Schutz nimmt. Nicht „die Augsburger Staatsanwaltschaft, sondern ein Staatsanwalt“ habe einen Fehler gemacht.

Bei dem Angeklagten handelt es sich um einen bereits einmal wegen illegaler Einfuhr von geschützten Schildkröten verurteilten Mann aus Augsburg. Dieser muss sich wegen eines Verstoßes gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen erneut vor dem Amtsgericht verantworten. Über 180 streng geschützte griechische Landschildkröten soll er im Juni 2006 nach Deutschland ohne die erforderliche Genehmigung eingeführt haben. Der Prozess war am Montag nach nur wenigen Minuten bis Februar 2009 ausgesetzt worden, da nach Angaben des Amtsgerichts noch Zeugen aus Ungarn geladen werden müssen. Die Fortsetzung des Verfahrens ist für den 23. Januar 2009 geplant.

Quelle: tz

zurück zur Übersicht: Bayern

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Lesen Sie auch:

Kleinkind stürzt in Altmühl und wird schwer verletzt

Bayern||0

Mädchen stürzt in Fluss und wird schwer verletzt

Treuchtlingen - Eine Zweijährige ist in Treuchtlingen am nur leicht gefrorenen Flussrand in die Altmühl gestürzt. Zwei Frauen rettenden das kleine Mädchen. Es war bereits untergegangen.Mehr...

Kommentare

Top Artikel aus Bayern:

  • Meist gelesene Artikel
  • Meist kommentiert
Zwei Polizisten sterben bei Unfall auf Autobahn

Helmstadt - Bei einem schweren Unfall auf der Autobahn 3 nahe Würzburg sind am Donnerstagabend zwei 25 und 23 Jahre alten Polizisten auf tragische Weise getötet worden.Mehr...

Hopfen-Skandal: Jetzt wird's bitter

Wolnzach - Da hat die Chemie nicht gestimmt – und zwar überhaupt nicht… Dutzende Höfe in der Hallertau haben im Jahr 2010 ihren Hopfen mit unzulässigen Mitteln gespritzt.Mehr...

Passauer Schule verbannt "Hallo" und "Tschüss"

Passau - Das norddeutsche “Tschüss“ kommt bei einer Passauer Rektorin scheinbar nicht gut an. Sie greift hart durch und verbietet an ihrer Schule das “Hallo" und "Tschüss“. Sie bekommt viel Zuspruch.Mehr...

Unbequeme Kissen: Häftlinge im Hungerstreik

Würzburg - Für besseres Essen und weichere Kopfkissen sind 62 Häftlinge des Würzburger Gefängnisses in den Hungerstreik getreten. Was die Inhaftierten außerdem fordern:Mehr...

Weitere Artikel aus Bayern:

BGH kippt mildes Urteil für Augsburger Steuerbetrüger: Knast für den Millionär?
Knast für den Augsburger Steuerbetrüger?

Augsburg - Müssen Steuerhinterzieher härter bestraft werden? Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ein Urteil über einen früheren Augsburger Unternehmer gekippt, der mehr als 1,1 Millionen Euro Steuern hinterzogen hat.Mehr...

Regensburg: Unfallserie in Autobahntunnel
Massenkarambolage in Autobahntunnel

Regensburg - Bei einer Karambolage in einem Regensburger Autobahntunnel mit insgesamt sieben Fahrzeugen sind am Dienstag fünf Menschen verletzt worden.Mehr...

Aktuelle Videos

300-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk./static/tz-online/img/videohttp://www.tz-online.de/video/3796393001645323738001window

AktuellesSportVideoLebenServiceAnzeigenAboÜber unsMedia

Artikel lizenziert durch © tz-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.tz-online.de