Sex mit 12-Jähriger: War es Vergewaltigung?
108.02.10|Bayern|Facebook
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Miesbach - Ein massiver Missbrauchsfall beschäftigt das Landgericht München II. Angeklagt ist ein 22-jähriger Jugendleiter aus dem Landkreis Miesbach. Im Juni vergangenen Jahres soll er über sieben Stunden lang eine Zwölfjährige mehrfach vergewaltigt haben.
Neun Tage nach den Übergriffen war er festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.
Zu Prozessauftakt räumte er ein, mit dem Mädchen geschlafen zu haben, allerdings im gegenseitigen Einvernehmen. Um neun Uhr früh habe er sie mit nach Hause genommen, seine Mutter war nicht da. „Dann ist das Techtelmechtel losgegangen. Angefangen hat sie“, behauptete der Angeklagte. Sie habe ihn auf den Mund geküsst und sei mit der Hand unter sein Hemd gefahren. Anschließend hätten sie sich gegenseitig ausgezogen, behauptete er. „Dann sind wir halt in der Kiste gelandet“, erinnerte er sich salopp.
Die Anklage spricht da aber von einem äußerst gewalttätigen Vorgehen seinerseits. Demnach soll er sie in der Wohnung eingesperrt, sie gegen ihren Willen vollständig entkleidet und sich dann an ihr vergangen haben. Diesen Vorwurf wies der 22-Jährige jedoch vehement zurück. „Ich habe sie nicht festgehalten und sie hat sich auch nicht gewehrt“, behauptete der gelernte Beikoch. Die Zwölfjährige selber soll das Kondom aus der Tasche gezogen haben, das er später auch benutzte.
Die Erinnerung des Opfers an das Geschehen war jedoch völlig anders. Demnach hatte der 22-Jährige sie an der Flucht gehindert und ihr auch den Mund zugehalten, damit sie nicht schreien konnte. Mehrfach soll er sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben, bis sie völlig regungslos und gleichermaßen apathisch auf seinem Bett sitzen blieb. Der Angeklagte hielt dagegen: „Wir haben gekuschelt, Fernsehen geschaut, und dann bin ich eingeschlafen.“ Er sei erst um 16 Uhr wieder aufgewacht. „Da war sie noch da. Sie wollte nicht gehen“, erinnerte er sich. „Laut Akten war das nicht so, und wir haben erhebliche Zweifel, Ihnen das zu glauben“, sagte Richter Stefan Maier-Jänsch, der anschließend versuchte, die Glaubwürdigkeit des Angeklagten abzuklopfen. Der Prozess dauert an.
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